Museum Casa Chacona in Güímar

Das Museum Casa Chacona liegt im ethnologischen Park der Pyramiden von Güímar. Es handelt sich um eine Finca im altkanarischen Stil, die von den Architekten Enrique Alvarez, Carlos Rubio und Cesar Ruiz-Larrea saniert wurde. Besucher haben die Gelegenheit, sich anhand eines Audio-Führungssystems über den Park und die Ausstellungsstücke im Museum zu informieren.

Hierbei geht es vor allem um die Frage, ob die über den Atlantik verstreuten Völker und Kulturen miteinander in Kontakt standen. Im Vordergrund stehen hierbei vorallem die Seewege über den Atlantik, die möglicherweise schon lange vor Kolumbus genutzt wurden. Dass die Wikinger bereits um das Jahr 1.000 in Nordamerika waren, ist seit den 1960er Jahren nachgewiesen. Das Museum in Güímar versucht die Frage zu beantworten, ob zuvor nicht auch schon die Guanchen (Ureinwohner der Kanaren) einen Schiffsverkehr nach Süd- und Mittelamerika unterhielten. Der Verdacht liegt zumindest nahe, denn die Ureinwohner Amerikas waren dunkelhäutig und hatten keinen Bartwuchs. Zahlreiche Statuen und Malereien der Ureinwohner Südamerikas zeigen jedoch weiße Menschen mit Bart, die einerseits wie Götter verehrt wurden, aber auch als Menschenopfer herhalten mussten. Dieses Foto zeigt ein südamerikanisches Kunstwerk auf dem ein hellhäutiger Mensch geopfert wird. Ein weiterer Anhaltspunkt für den frühen interkontinentalen Kontakt der Völker ist die sehr ähnliche Bauart von Pyramiden auf verschiedenen Kontinenten sowie das astronomische Wissen der alten Kulturen.

Wer etwas mehr Zeit mitbringt, sollte neben dem Museum und der Pyramidenanlage auch das in einen Hang eingebaute Auditorium des Museums besuchen, das Platz für insgesamt 164 Personen bietet. Anhand mehrerer Filmvorführungen erhält der Besucher audio-visuelle Eindrücke über die Herkunft und Entstehung der Pyramiden sowie über die archäologischen Untersuchungen unter der Leitung des norwegischen Forschers Thor Heyderdahl. Über dessen Leben und seine Reisen ist in dem Museum ebenfalls eine Ausstellung zu finden.

Bei einem Rundgang um die Pyramidenanlage kann der Besucher auch zahlreiche Kanarische Gärten mit verschiedenen Pflanzen des Archipels kennenlernen. Eine Sonderausstellung befasst sich zudem mit Osterinseln, deren Besiedlungsgeschichte ebenfalls von dem norwegischen Forscher Thor Heyerdahl untersucht wurde.

Für den Aufenthalt im Pyramidenmuseum von Güímar sollte der geschichtliche interessierte Besucher gute zwei Stunden oder ggf. auch etwas mehr einplanen.

Guanchenkönige in Candelaria Teneriffa Pyramiden von Güímar
Museum Casa Chacona

Landkarte

Foto: Museum Casa Chacona
Kategorien: Highlights, Museen & Ausstellungen, Historische Bauwerke

Lage: Güímar, Teneriffa, Spanien