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Synagoge und Lichtigfeld-Museum Michelstadt

Die auf dem Foto zu sehende Synagoge befindet sich in der historischen Altstadt von Michelstadt ein wenig abseits des Zentrums. Erbaut wurde sie im Jahr 1791 von der jüdischen Gemeinde vor Ort. Die Lage des Gotteshauses deutet auf den gesellschaftlichen Status dieser Glaubensgemeinschaft Ende des 18. Jahrhunderts hin. Den Juden war es zwar gestattet, sich innerhalb der Stadtmauer aufzuhalten, allerdings lediglich in einem am Rand gelegenen Ghetto.

Bei der Michelstädter Synagoge handelt es sich um eine der wenigen in Südhessen, die von den Zerstörungen durch die Nationalsozialisten einigermaßen verschont geblieben sind. Während des Novemberprogroms 1938 wurde zwar der Innenraum komplett verwüstet, das Bauwerk selbst blieb jedoch erhalten. Später diente die Synagoge für einen längeren Zeitraum als Lager.

Ende der 1970er Jahre wurden an dem Gebäude im Zuge der Neugestaltung der Altstadt umfassende Sanierungen vorgenommen. Allerdings wird es mittlerweile nicht mehr für Gottesdienste genutzt. In seinen Räumlichkeiten ist heute ein Museum untergebracht, das von dem Landesrabbiner Dr. Isaak Emil Lichtigfeld ins Leben gerufen wurde und auch nach ihm benannt ist. Dieser war zwischen 1954 und 1967 für die jüdischen Gemeinden des Landes Hessen zuständig. In der vielseitigen Ausstellung haben Besucher die Möglichkeit, sich über die religiösen, politischen und sozialen Verhältnisse der Odenwälder Juden in den vergangenen Jahrhunderten zu informieren.

Synagoge und Lichtigfeld-Museum Michelstadt

Foto: Synagoge und Lichtigfeld-Museum Michelstadt

Kategorie: Museen im Odenwald



Geographische Lage

Ort: Michelstadt, Buntsandstein-Odenwald, Odenwald, Deutschland