Titelbild

Stadtmauer mit Hexenturm in Oberlahnstein

Die Aufnahme zeigt einen Teil der Lahnsteiner Stadtmauer, im Hintergrund ist der aus dem Jahr 1324 stammende Hexenturm zu sehen. Letzterer wurde aus Bruchsteinmauerwerk errichtet. Im Mittelalter war im Erdgeschoss des Turms das Gefängnis von Oberlahnstein untergebracht. Der Eingang, durch den Besucher heute in das Innere gelangen, wurde erst nachträglich eingebaut. Früher konnte man nur durch ein Loch in der Decke in das Bauwerk gelangen.

Vor allem im Spätmittelalter und in der Neuzeit wurden in Lahnstein vermeintliche Hexen verfolgt und in dem Turm gefoltert. Jedoch erst 1727 bekam das Bauwerk seinen aktuellen Namen, zuvor wurde er "Gysenthorn" genannt. 1890 gelangte der Hexenturm in das Eigentum der Stadtverwaltung. Der untere Bereich des Bauwerks diente im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzraum, in dem rund 200 Personen Platz fanden. Im ersten Obergeschoss wurde zu dieser Zeit eine 1,60 Meter dicke Betondecke eingefügt. Ursprünglich besaß der Turm einen Wehrgang, den man 1964 rekonstruierte. Seinen Zinnenkranz erhielt er im Jahr 1978.

Heute ist in den Räumlichkeiten des Bauwerks das Lahnsteiner Museum untergebracht. Besucher erhalten in seinen Räumen umfassende Informationen über die Geschichte von Ober- und Niederlahnstein. Des Weiteren besteht im Hexenturm die Möglichkeit, sich standesamtlich trauen zu lassen.

Die Stadtmauer von Oberlahnstein entstand zwischen 1324 und 1411 zur Sicherung der Zolleinnahmen. Ihre ursprüngliche Länge betrug 1280 Meter, das gesamte Bauwerk erinnerte an ein Rechteck. Die Stadttore wurden durch Zugbrücken und Vortore gesichert. Im 19. Jahrhundert erfolgte die allmähliche Auflösung der imposanten Stadtmauer. Heute sind von ihm noch Überreste mit einer Länge von 392 Metern sowie sechs Türme erhalten.

Stadtmauer mit Hexenturm in Oberlahnstein

Foto: Stadtmauer mit Hexenturm in Oberlahnstein

Kategorie: Museen im Mittelrheintal



Geographische Lage

Ort: Lahnstein, Mittelrheintal, Deutschland