Stralsund Heilgeistkloster

Das Heilgeistkloster in Stralsund war keine Abtei in eigentlichem Sinne, sondern ein städtisches Spital. Das Gebäude entstand im Jahr 1256 auf einem von der Stadt gestifteten Grundstück in dem zum Hafen gelegenen Teil der Heilgeiststraße. Das städtisch verwaltete Kloster konnte Dank der großen Spendenbereitschaft der Stralsunder Bürger stetig wachsen. Es diente der Aufnahme, Versorgung und Pflege der ärmeren Bevölkerung sowie vorbeikommender Wanderer. Durch Leistung eines finanziellen Beitrags oder auch Vererbung des Besitzes an das Kloster, bestand die Möglichkeit, in den Räumlichkeiten des Spitals zu wohnen.

Im 14. Jahrhundert wurde das Heilgeistkloster an seine heutige Stelle, nämlich die im Außengürtel der Stadt liegende Wasserstraße verlegt. Aufgrund dieser erheblich ungeschützteren Lage fiel das Gebäude mehrfachen Belagerungen und Zerstörungen zum Opfer, wurde jedoch wieder aufgebaut und erweitert. So entstand zum Beispiel der galeriegeschmückte Kirchgang im 18. Jahrhundert. Dieser wurde zum Vorbild für die Errichtung des Innenhofes mit der Galerie im Stralsunder Rathaus. Auf dem Gelände des Heilgeistkloster befinden sich zudem einige Fachwerkhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert. All diese Gebäudeteile bilden einen gemeinsamen in sich geschlossenen Komplex.

Wie auch die Stralsunder Altstadt wurde dieser zu DDR-Zeiten stark vernachlässigt und verfiel immer mehr. Erst in den 1990er Jahren wurde er komplett restauriert. Heute gehört er zu den überragenden Sehenswürdigkeiten von Stralsund und zählt des Weiteren seit 2002 zum UNESCO-Weltkulturerbe "Historische Altstädte Stralsund und Wismar".

Stralsund Heilgeistkirche Stralsund Heilgeistkloster in Stralsund
Stralsund Heilgeistkloster

Landkarte

Foto: Stralsund Heilgeistkloster
Kategorien: Highlights, Weltkulturerbe, Historische Bauwerke

Lage: Stralsund, Deutschland



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