Titelbild

Luitpoldhain

Der 21 Hektar große Stadtteilpark Luitpoldhain befindet sich im Südwesten der fränkischen Stadt Nürnberg. Benannt wurde er nach dem früheren bayerischen Prinzregenten Luitpold. Die Entstehung der Anlage geht bis in das Jahr 1906 zurück. Damals richtete Nürnberg zur 100-jährigen Zugehörigkeit zu Bayern die Bayerische Jubiläums-, Landes-, Industrie-, Gewerbe- und Kunstausstellung aus. Dafür legte man nördlich des Dutzendteiches eine Parklandschaft an. Des Weiteren wurden hier mehrere Gebäude mit jugendstilähnlichen Fassaden erbaut. Bei dem nördlichen Teil dieses Ausstellungsgeländes handelt es sich um den Luitpoldhain. 1912 wurde auf einem Teil des Areals der Alte Tiergarten mit über 800 Tieren angelegt. Dieser zog 1939 an seinen aktuellen Standort am Schmausenbuck um.

Im Jahr 1927 veranstaltete die NSDAP im Luitpoldhain ihren ersten Reichsparteitag, der zweite fand 1929 vor Ort statt. Bei letzterem integrierten die Nazis das zuvor fertiggestellte Gefallenenehrenmal in ihre Veranstaltung. Diese Ehrenhalle war von der Stadt auf der Ostseite des Hains zum Gedenken an die mehr als 9.000 Gefallenen der Stadt Nürnberg im Ersten Weltkrieg erbaut worden. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 fand im Luitpoldhain der sogenannte Reichsparteitag des Sieges statt. Ab demselben Jahr wurden an der Parkanlage grundlegende Umgestaltungen zum Reichparteitagsgelände vorgenommen. Unter anderem entstand eine akkurat gegliederte 84.000 qm große Aufmarschfläche mit dem Namen Luitpoldarena. Gegenüber der Ehrenhalle wurde zudem eine Rednertribüne erbaut. In der Ehrenhalle selbst gedachte man nun vorwiegend dem Hitlerputsch von 1932. Zwischen dieser und der Rednertribüne gab es nun einen breiten Granitweg als Verbindung. In diesem Areal fanden während der Reichsparteitage die Aufmärsche von SA und SS vor bis zu 150.000 Besuchern statt. Zentraler Bestandteil dieser Ereignisse war die Blutfahne, die laut der Anhänger Hitlers bei dessen Putsch von den Nazis mitgeführt worden war.

Im Zweiten Weltkrieg wurde bei einem Bombenangriff auf Nürnberg 1942 die Luitpoldhalle zerstört. In der Nachkriegszeit gestaltete man den Luitpoldhain wieder zu einem Park um. Ende der 1950er Jahre wurden alle Bauten der Nazis abgerissen. Bis heute ist allerdings die halbrunde Form der Ehrentribünen noch erkennbar. Seit 2000 ist die Anlage jedes Jahr der Veranstaltungsort des berühmten Festivals Klassik Open Airs. 2006 wurde zudem das legendäre Event "Rock im Park" wegen der anstehenden Fußball-WM vom Zeppelinfeld in den Luitpoldhain verlegt.

Heute ist der Luitpoldhain ein beliebtes Ausflugsziel. An 23 Stationen auf dem Gelände informieren Schautafeln über die Entwicklung der Parkanlage im 20. Jahrhundert. Weitläufige Rasenflächen laden zum Niederlassen und Entspannen ein. Im Südwesten des Parks befindet sich des Weiteren ein Minigolfplatz. Der Luitpoldhain grenzt direkt an den Volkspark Dutzendteich, der rund um den Kleinen und den Großen Dutzendteich sowie dem Silbersee verläuft.

Luitpoldhain

Foto: Luitpoldhain



Geographische Lage

Ort: Nürnberg, Deutschland