Erfurt Augustinerkloster

Das Augustinerkloster in Erfurt wurde im Jahr 1277 erbaut. Es handelt sich um eine ehemalige Abtei der Augustiner-Eremiten, in dem Martin Luther von 1505 bis 1512 als Mönch wohnte. Nach der Reformation ging das Kloster im Jahr 1525 in das Eigentum der Evangelischen Kirche über. 1559 wurde es schließlich durch die Stadt Erfurt beschlagnahmt. Ab 1561 nutzte das städtische Ratsgymnasium den Westflügel und das Priorat. Hierfür wurden die ehemaligen Klosterzellen in Unterkünfte für die Schüler umgebaut. Bis 1820 wurde der Schulbetrieb aufrechterhalten. Die Klosterbibliothek erlitt im Zuge der Reformation einige Schäden, wurde aber bis 1646 noch weitergeführt. Das evangelische Waisenhaus war ab 1669 in einem Teil des früheren Klosters untergebracht.

Im Zuge des Zweiten Weltkriegs wurden 1945 Teile des Klosters bei einem Luftangriff durch die Alliierten zerstört. Seit 1994 ist die ehemalige Abtei der Dienstsitz der Propstei Erfurt-Nordhausen. Im Jahr 1996 zogen Schwestern der evangelischen Communität Casteller Ring in einen Teil des Gebäudes ein. Zudem befindet sich mittlerweile in dem Haus ein Tagungs- und Begegnungszentrum. Das Kloster gilt als anerkanntes Kulturdenkmal nach dem Denkmalschutzgesetz des Landes Thüringen. Mit einer Dauerausstellung zu dem Thema "Bibel-Kloster-Luther" gedenkt es dem Reformator. Für Besucher besteht des Weiteren die Möglichkeit, die sogenannte "Lutherzelle" zu besichtigen.

Erfurt Stadtmuseum Erfurt Erfurt St. Severi Kirche
Augustinerkloster in Erfurt

Landkarte

Foto: Augustinerkloster in Erfurt
Kategorien: Historische Bauwerke

Lage: Erfurt, Deutschland