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Jagdhofkeller am Forstmeisterplatz

Der im Darmstädter Stadtteil Bessungen gelegene Jagdhof wurde zwischen 1709 bis 1725 unter Landgraf Ernst Ludwig erbaut. Mit dem hier untergebrachten Marstall, dem Hundestall und -wäscherei diente das Gebäude der Parforcejagd. Bei dieser Form der Jagd hetzten die Jäger zu Pferd mitsamt ihrer Hundemeute das von ihnen angepeilte Wild. Sie wurde in Deutschland 1934 mit der Einführung des Reichsjagdgesetzes endgültig verboten.

In den Seitengebäuden des Jägerhofes waren die Pferde und die Hunde untergebracht. Die zugehörigen Wohnungen befanden sich ebenfalls hier. In den Gewölbekellern wurde das erlegte Wild untergebracht. Das zweistöckige Herrenhaus befand sich an der Westseite des Jagdhofs. In seinen Räumlichkeiten lebte das sogenannte Oberhaupt der Jagd.

Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Parforcejagd vor Ort schließlich abgeschafft. Der Jagdhof diente daraufhin für einige Zeit als Dragonerkaserne. Im Zuge des gründerzeitlichen Baubooms überbaute man die gesamte Anlage mit Wohnhäusern und gewerblichen Gebäuden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die ehemaligen Scheunen und Hofreiten sich selbst überlassen und verfielen immer mehr. Im Zuge einer 1977 festgelegten Städeplanung setzte man sich eine grundlegende Erneuerung der Gebäude zum Ziel, deren Umsetzung nach und nach erfolgte. Schließlich erwarb die Stadt die historischen Bauten. Sie entschied sich daraufhin für eine Freistellung des zugebauten Hofes. Zudem wurde das historische Herrenhaus wieder hergerichtet. Im Zuge dessen machte man den Jagdhofkeller für die Allgemeinheit zugänglich. Heute finden in seinen Räumlichkeiten öffentliche Veranstaltungen statt, zudem kann er auch für private Feiern genutzt werden.

1997 fanden die Renovierungen des Jagdhofes ihren endgültigen Abschluss. Das Kavaliersgebäude wird derzeit vom Jazzinstitut der Stadt Darmstadt genutzt.

Darmstadt Jagdhofkeller

Foto: Darmstadt Jagdhofkeller



Geographische Lage

Ort: Darmstadt, Deutschland