Schloss Tiefurt bei Weimar

Das Weimarer Schloss Tiefurt befindet sich im gleichnamigen Ortsteil direkt an der Ilm. Erbaut wurde es im Jahr 1765 als Pächterhaus für ein großherzogliches Kammergut. Ab 1776 war es Wohnsitz von Prinz Friedrich Ferdinand Constantin, dem Bruder des amtierenden Herzogs Carl August von Sachsen-Weimar und Eisenach. Das Pächterhaus wurde nun zu einem Landschlösschen umgebaut. Gemeinsam mit seinem Erzieher Karl Ludwig von Knebel gestaltete Friedrich Ferdinand Constantin einen englischen Landschaftspark mit unterschiedlichen Pflanzenarten.

Nach dem Wegzug des Prinzen aus Weimar verlegte die Herzogin Anna Amalia ihren Sommersitz nach Tiefurt. Sie setzte die Gestaltung der Parkanlage nach und nach fort. Hierbei entstanden das Leopold- und das Mozartdenkmal, der Herderstein, das Teehaus sowie der Musentempel. Tiefurt entwickelte sich in dieser Zeit zu einem Musenort für die Weimarer Gesellschaft. Auf dem Schloss fanden regelmäßig Aufführungen und literarische Abende statt. Hier wurde sogar eine eigene kleine Zeitschrift, das "Journal von Tiefurt", herausgebracht.

Im Jahr 1806 fiel das Schloss Plünderungen durch französische Truppen zum Opfer. Zudem verstarb Anna Amalia 1807. Ab diesem Zeitpunkt verlor dieser Ort an Bedeutung. Dies änderte sich erst, als der Park durch den Weimarer Hofgärtner Eduard Petzold zwischen 1846 und 1850 umfassend erneuert wurde. Viele der heute zu sehenden Baumarten stammen aus dieser Zeit. Seit 1998 befinden sich das Schloss und die Parkanlage als Teil des Ensembles "Klassisches Weimar" auf der Liste der UNESCO-Welterbe.

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Schloss Tiefurt bei Weimar

Schloss Tiefurt

Landkarte

Foto: Schloss Tiefurt bei Weimar
Kategorien: Weltkulturerbe, Historische Bauwerke, Parkanlagen & Gärten, Spaziergänge

Lage: Weimar, Deutschland