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Burgruine Freienstein

Die Ruine der einstigen Burg Freienstein thront in einer Höhe von 328 Metern über dem im südlichen Odenwald gelegenen Ort Gammelsbach. Sie fand im Jahr 1297 erstmals urkundliche Erwähnung, über ihre Erbauer ist bislang nichts bekannt. Der Name der Anlage stammt von den Herren von Freienstein, bei denen es sich um sogenannte Burgmannen der eigentlichen Eigentümer handelte. Unter diesem Begriff verstand man früher Mitglieder des Adels, die im Auftrag des jeweiligen Burgherren dessen Festung bewachten und bei Bedarf auch verteidigten. Zugleich war die Burg Freienstein der Verwaltungssitz von 15 Dörfern, zu denen auch der Ort Beerfelden zählte.

Um 1550 erfolgten an dem Bauwerk umfassende Umgestaltungen. Die Erbacher Grafen nutzten sie zu dieser Zeit als Nebenresidenz sowie für gelegentliche Jagdaufenthalte. Ab dem Dreißigjährigen Kriegs verfiel die Anlage immer mehr, da an ihr nur noch notdürftige Instandhaltungen vorgenommen wurden. Mit der Erbacher Erbteilung gelangte sie 1717 in das Eigentum der Linie Erbach-Fürstenau. Diesen gehört bis heute das Bauwerk.

Nach dem Beerfelder Stadtbrand von 1810 gestattete Graf Albert zu Erbach-Fürstenau den Geschädigten, Ziegel, Steine und Bauholz aus der Burg zu holen. Durch diesen Verlust an Bausubstanz drang im Laufe der Folgezeit Wasser in das ungeschützte Sandsteinmauerwerk ein, wodurch es immer maroder wurde. 1887 kam es zum Einsturz des Torhauses. Umfassende Sicherungsmaßnahmen an dem Bauwerk erfolgten Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Nach dem Einsturz von Teilen der Schildmauer in den 1980er Jahren fanden von 1990 bis 1994 hier weitere grundlegende Restaurierungen statt. Aufgrund ihrer Architektur und Geschichte ist die Burg Freienstein eine prägende Landmarke des Gammelsbachtals.

Burg Freienstein in Gammelsbach

Foto: Burg Freienstein in Gammelsbach



Geographische Lage

Ort: Oberzent, Buntsandstein-Odenwald, Odenwald, Deutschland