Museumsberg in Flensburg

Der Museumsberg befindet sich nahe der Flensburger Altstadt und zählt mit einer Fläche von insgesamt 3000 qm zu den größten Museen von Schleswig-Holstein. Von dort aus haben Besucher die Möglichkeit, einen herrlichen Ausblick auf die Stadt zu genießen. Zum Museumsberg gehören neben seinen beiden Ausstellungsgebäuden der Alte Friedhof sowie der Christiansen Park. Interessierte können sich hier umfassend über die Kunst- und Kulturgeschichte des Landesteils Schleswig informieren.

Das Fundament dieses Museums wurde im Jahr 1876 gelegt, als der Flensburger Bildschnitzer und Tischler Heinrich Sauermann seine private Sammlung von antiken Kunstgegenständen an die Stadt Flensburg verkaufte. Es entstand das erste Flensburger Kunstgewerbemuseum, und Herr sauermann wurde dessen Direktor. Neben dem Museum richtete er ebenfalls dort eine Lehrwerkstatt ein, die sich schnell zu einer landesweit angesehenen Kunstgewerbeschule entwickelte. Gemeinsam mit der Kunstgalerie lies sich die Schule im Jahr 1903 in dem bereits eröffneten Museumsgebäude nieder. Auch heute noch haben Kunstbegeisterte hier die Möglichkeit, den besonderen Stil der Niederländischen Renaissance zu bewundern. Mittlerweile zählt die von Heinrich Sauermann gestiftete Möbelsammlung zu den größten in Deutschland.

Obwohl Herr Sauermann sich ursprünglich lediglich auf die Weiterentwicklung seiner Möbel- und Kunstgewerbesammlung fokussierte, entschied er sich zur Jahrhundertwende, auch in die gegenwärtige Malerei in Flensburg zu investieren. Hilfe erhielt er hierbei von dem seit 1883 bestehenden Kunstgewerbeverein. Das erste Bild eines modernen Künstlers erhielt er 1905 in Form einer Spende. Über einen langen Zeitraum blieb die Gemäldegalerie allerdings recht überschaubar. Dies änderte sich, als 1927 Fritz Fugelsang als dritter Museumsdirektor ins Amt trat. Mit Hilfe des neuen Kunstvereins, der sich 1903 erweiterte und von der Zeit an "Verein für Kunst und Kunstgewerbe" nannte, sowie verschiedenen Stiftungen vergrößerte er die Bildersammlung nach und nach. Auch die nachfolgenden Direktoren arbeiteten an seiner ständigen Erweiterung. Infolgedessen ist die Sammlung mittlerweile zu einer sehr bedeutenden Galerie mit beachtlicher Größe gewachsen.

Eine wesentliche Aufwertung der Gemäldesammlung erfolgte im Jahr 1997. Zuvor mussten die Bilder zeitweise wegen fehlender Räume eingelagert werden. Nun wurde die neben dem Museumsgebäude liegende Nikolaischule als neue Gemäldegalerie in Betrieb genommen. Bei der Nilolaischule handelte es sich um eine seit 1896 bestehende Oberrealschule im teilweise neugotischen Stil. Das Gebäude wurde nach dem in Flensburg geborenen und international bekannten Jugendstilkünstler Hans Christiansen benannt und trägt nun den Namen "Hans-Christiansen-Haus". Das sich in unmittelbarer Nachbarschaft befindende Museumsgebäude heißt "Heinrich-Sauermann-Haus". Die Gemäldesammlung verfügt über eine Gesamtfläche von 1500 qm. Das Erdgeschoss des Hans-Christiansen-Hauses bietet weiterhin Raum für zusätzliche wechselnde Ausstellungen.

Heutzutage steht auf dem Museumsberg dem Besucher ein vielseitiges kulturelles Angebot zur Verfügung. Das Heinrich-Sauermann-Haus bietet als Schwerpunkt einen umfangreichen Einblick in die Kunst- und Kulturgeschichte von Schleswig. In insgesamt 25 Räumen auf zwei Stockwerken lassen sich auf einem historischen Rundgang zahlreiche Ausstellungsgegenstände aus der Zeit des Mittelalters bis ins 19. Jahrhundert bewundern. Grundlage dieser Ausstellung ist noch heute die Konzeption des ersten Museumsdirektor Heinrich Sauermann. Eine besondere Sehenswürdigkeit stellen hierbei auch die Bauernstuben aus dem 17. und 18. Jahrundert dar, die teilweise originalgetreu nachgebaut wurden. Als Attraktion gilt ebenfalls ein aus dem Jahr 1517 stammender Marienaltar sowie eine gotische Madonnenskulptur, die auch den Namen "Viöler Madonna" trägt. Neu hinzugekommen sind die historische Abteilung "Flensburg - eine Stadt und ihre Menschen", eine Schatzkammer mit Gegenständen unter anderem aus Gold und Silber sowie ein Erlebnisbereich für Kinder. Im Erdgeschoss des Heinrich-Sauermann-Hauses ist seit 1999 noch zusätzlich das städtische naturwissenschaftliche Museum untergebracht.

Das benachbarte Hans-Christiansen-Haus bietet vor allem schleswig-holsteinische Kunst vom 19. Jahrhundert bis in die heutige Zeit. Erwähnenswert ist hier vor allem die Jugenstilabteilung mit Werken des Künstlers Hans Christiansen sowie zahlreichen Bildern aus dem Expressionismus. Eine große Rolle spielt ebenfalls die nordische Kunst. Wechselnde Sonderausstellungen ergänzen das Angebot. Der seit 1813 bestehende Alte Friedhof, der sich in der Nachbarschaft der beiden Gebäude befindet, wird auch von dem Museum unterhalten. Es handelt sich um den ersten kommunalen Friedhof in Schleswig-Holstein. Bis 1954 fanden auf ihm Beerdigung statt, und auch heute findet man hier noch zahlreiche gut erhaltene Gräber. Ebenfalls der Christiansenpark steht unter Betreuung des Museums. Er entstand 1797 im Auftrag der Familie Christiansen nach dem Vorbild englischer Landschaftsgärten. Im Jahr 1820 wurde er mit dem Garten des Kaufmanns Peter C. Stuhr zusammengelegt. Insgesamt verfügte er nun über eine Fläche von 4,2 Hektar. 1992 wurde er schließlich von der Stadt Flensburg gekauft.

Die vorwiegende Aufgabe des Flensburger Museumsbergs besteht in der Erhaltung und Pflege der Kunstgegenstände, ihre fachgerechte Bearbeitung, weiterhin die digitale Erfassung sowie die öffentliche Präsentation. Auch die kulturelle Bildung durch museumspädagische Betreuung sowie die Umsetzung weiterer kultureller Angebote, unter Berücksichtigung entsprechender Zielgruppen, sind von zentraler Bedeutung.

St. Marienkirche in Flensburg Flensburg Flensburger Heilig Geist Kirche
Flensburg Museumsberg

Landkarte

Foto: Flensburg Museumsberg
Kategorien: Museen & Ausstellungen, Historische Bauwerke

Lage: Flensburg, Deutschland



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