Marschiertor in Aachen

Das auf dem Bild zu sehende Marschiertor war das Südtor der Aachener Stadtbefestigung. Es zählt zu den imposantesten noch erhaltenen Stadttoren im westlichen Europa. Mit seiner Errichtung wurde um 1257 begonnen, die Fertigstellung erfolgte Vermutungen zufolge kurz nach 1300. Es befindet sich am Ende der Franzstraße und grenzt an die frühere Landstraße nach Burtscheid. Mit seinen Räumlichkeiten diente das Marschiertor ehemals als Hauptwaffenplatz. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Marschiertor nicht nur durch verschiedene Soldatengruppen besetzt, sondern auch oftmals zweckentfremdet. So fungierte es unter anderem als Obdachlosenunterkunft, Rumpelkammer, Jugendherberge und als HJ-Heim. Im Zuge des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude, in erster Linie sein Dachstuhl, schwer beschädigt. Seine Wiederherstellung erfolgte zunächst nur provisorisch. Mit finanzieller Unterstützung zweier Aachener Unternehmen wurde 1959 das Marschiertor mitsamt Dachstuhl umfassend erneuert.

Seit 1964 befindet es sich in der Trägerschaft der Stadtgarde Oecher Penn. Durch den bewundernswerten Einsatz der Vereinsmitglieder und mit finanzieller Hilfe vieler Freunde und Gönner wurde das Marschiertor zu einer wahren Attraktion in Aachen. Heute befindet sich in dem Gebäude unter anderem ein Waffensaal, der Platz für bis zu 200 Gäste und unzählige Aktivitäten bietet. Des Weiteren sind im Marschiertor das Kommandanturzimmer, mehrere Archivräume, ein Weinkeller, ein Schankraum und die Kleiderkammer zu finden. Seit 2009 haben Einheimische und Besucher die Gelegenheit, das Bauwerk auch bei Nacht zu bestaunen. Integriert in das Lichtprojekt Aachen erstrahlt das historische Bauwerk in leuchtender Pracht.

Regenschirmdamen in Aachen Aachen St.-Peter-Kirche in Aachen
Aachener Marschiertor

Landkarte

Foto: Marschiertor
Kategorien: Historische Bauwerke

Lage: Aachen, Deutschland


 

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