Kloster Lorsch

Beim Kloster Lorsch handelt es sich um eine ehemalige Benediktinerabtei, die sich in dem gleichnamigen Ort an der südhessischen Bergstraße befindet. Sie wurde im Jahr 764 gegründet und war bis ins Hochmittelalter das Macht- und Kulturzentrum in der Region. Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass sie nach dem Tod Ludwigs des Deutschen im Jahr 876 der Begräbnisplatz der ostfränkischen Könige wurde. An Ort und Stelle ließ Ludwig III. eine Gruftkirche errichten, in der er die Gebeine seines Vaters beerdigte. Später wurden auch er und sein Sohn Hugo hier bestattet.

Im Jahr 1090 wurde das immer noch wohlhabende Kloster durch einen Brand zerstört, sein Wiederaufbau erfolgte im 12. Jahrhundert. Mit der Integration in das Erzbistum Mainz verlor die Abtei 1232 die meisten seiner Privilegien. Nach den Benediktinern lebten hier zunächst die Zisterzienser, danach zogen die Prämonstratenser ein. Nach einem erneuten Brand musste die stark beschädigte Kirche wieder aufgebaut werden. 1621 zerstörten spanische Truppen die Klosteranlage, die danach lange Zeit als Steinbruch für die Region diente. Lediglich ein Teil des romanischen Gotteshauses, die Torhalle und unbedeutende Überbleibsel der mittelalterlichen Abtei sowie Gebäudeteile aus der Zeit unter dem Erzbistum Mainz befinden sich noch innerhalb der Ringmauern.

Trotz der Zerstörungen zählt die Lorscher Klosteranlage mittlerweile zu den bedeutendsten Zeugnissen vorromanischer Baukunst in Deutschland. Sie wurde gemeinsam mit den archäologischen Überbleibseln des nahe gelegenen Klosters Altenmünster im Jahr 1991 auf die Liste des UNESCO-Weltkulturerbe gesetzt. Eine umfassende Sanierung der früheren Benediktinerabtei erfolgte zwischen 2011 und 2014.

Lorsch Rathaus Odenwald Kirchenruine im Kloster Lorsch
Kloster Lorsch

Landkarte

Foto: Kloster Lorsch
Kategorien: Highlights, Weltkulturerbe, Historische Bauwerke

Lage: Lorsch, Odenwald, Deutschland



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