Marienkirche in Wismar

Die St. Marienkirche befindet sich inmitten der Wismarer Altstadt zwischen dem Fürstenhof und dem Marktplatz. Sie gilt als die höchste der insgesamt drei Stadtkirchen. Erbaut wurde sie Anfang des 14. Jahrhunderts nach den Plänen des Baumeisters Johann Grote. Da eine Pfarrkirche St. Marien bereits 1250 urkundlich erwähnt wurde, geht man davon aus, dass es an gleicher Stelle bereits einen Vorgängerbau gab. Vermutlich handelte es sich hierbei um ein Gebäude aus Holz, das in späteren Jahren durch Ziegel ausgetauscht wurde.

Zwischen 1339 und 1508 wurden an der Kirche umfassende Umbaumaßnahmen nach dem Vorbild der Lübecker Marienkirche vorgenommen. Hierbei entstand eine siebenjochige querschifflose Basilika. Der Unterbau mit seinen beiden Seitenkapellen entstand noch zu Zeiten des frühgotischen Vorgängerbaus. Der ursprünglich achteckige Kirchturm wurde 1539 durch einen Blitzschlag ruiniert. Der danach aufgesetzte Dachreiter blieb dem Gebäude ebenfalls nur etwas über 100 Jahre erhalten, da er 1661 durch einen Orkan nach unten gerissen wurde. Bis heute besteht der Aufsatz lediglich aus einem Provisorium.

Im Zuge des Zweiten Weltkriegs wurde die St. Marienkirche durch einen britischen Luftangriff stark beschädigt. Alle Gewölbe einschließlich der Dacheindeckung stürzten ein. Auch die Seitenschiffe und die beiden Vorhallen wurden stark in Mitleidenschaft gezogen. Nach dem Krieg im Jahr 1951 erbaute man zunächst für die Gemeinde eine Notkirche, die mittlerweile als die "Neue Kirche" der Stadt bekannt ist. Aus politischen Gründen fiel im Jahr 1960 unter zahlreichen Protesten der Entschluss, weite Teile der ursprünglichen Marienkirche zu sprengen. Ihr 80 Meter hohe Turm blieb jedoch verschont, vor allem aufgrund seiner Bedeutung als Seezeichen. An seinem Dach sowie dem Uhrwerk wurden zwischen 1978 und 1981 zahlreiche Restaurierungsarbeiten vorgenommen. Aus Mitteln von Stadt, Land, Bund und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sowie aus diversen Spenden finanzierte man in den vergangenen Jahren die Erschließung des Turms. Somit war es nunmehr möglich, das Gebäude für unterschiedliche Veranstaltungen und Ausstellungen zu nutzen.

Die ehemals prächtige Innenausstattung wurde durch den Zweiten Weltkrieg größtenteils zerstört. Der Krämeraltar und ein Taufbecken aus Bronze konnten gerettet werden. Beide befinden sich mittlerweile in der St. Nikolaikirche.

Heiligen-Geist-Kirche in Wismar Wismar Georgenkirche in Wismar
Marienkirche

Landkarte

Foto: Marienkirche
Kategorien: Highlights, Weltkulturerbe, Museen & Ausstellungen, Historische Bauwerke

Lage: Wismar, Deutschland


 

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