Pfarrwitwenhaus in Groß Zicker

Das Pfarrwitwenhaus in Groß Zicker im Südosten von Rügen ist ein denkmalgeschütztes Wohngebäude, das zwischen 1719 und 1720 erbaut wurde. Es ist somit eines der ältesten Wohnhäuser der Insel. Im Jahr 1718 verstarb der in Groß Zicker ansässige Pfarrer Johannes Cadow. Nach der zur damaligen Zeit üblichen Praxis hätte ein lediger Pfarrer als Nachfolger eingesetzt werden müssen. Dieser hätte die Witwe seines Vorgängers heiraten müssen, um deren Versorgung zu gewährleisten. Allerdings war Rügen im Zuge des Großen Nordischen Krieges zu der Zeit von Dänemark besetzt. Der dortige König Friedrich IV. lehnte diese Praxis ab. Daher wurde ein verheirateter Pfarrer eingesetzt und die Errichtung eines Wohnhauses zur Versorgung der Pfarrwitwen in Auftrag gegeben. Von diesen wurde das Gebäude bis 1810 bewohnt. Danach diente es bis 1830 als Schulgebäude und Wohnung für den Lehrer. Später wurde es vermietet. Zwischen 1850 und 1984 lebte hier die Familie Radvan über insgesamt vier Generationen. Umfassende Sanierungsarbeiten an dem Haus fanden von 1986 bis 1988 statt. Mittlerweile befindet es sich in Kirchenbesitz und dient als Museum für Kunstausstellungen.

Strand mit Lotsenturm im Ostseebad Thiessow  auf Rügen Dorfkirche in Groß Zicker
Groß Zicker Pfarrwitwenhaus

Landkarte

Foto: Groß Zicker Pfarrwitwenhaus
Kategorien: Museen & Ausstellungen, Historische Bauwerke

Lage: Groß Zicker, Rügen, Deutschland


 

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