Erfurt Schottenkirche

Die Schottenkirche St. Nicolai und St. Jacobi ist die frühere Kirche des Schottenklosters St. Jakob in der Erfurter Altstadt. Irische Benediktinermönche gründeten das Gotteshaus im 12. Jahrundert. Diese wurden jedoch im frühen 16. Jahrhundert von den Schotten verdrängt. Neben ihren religiösen Aufgaben befassten diese sich auch mit wissenschaftlichen Themen. Zudem lehrten sie an der Erfurter Universität und übten hohe akademische Ämter aus. Im Jahr 1820 wurde das Schottenkloster säkularisiert. Nicht lange danach erfolgte der Abriss der Abtei, von der lediglich das Kirchengebäude verschont blieb.

Das im Jahr 1140 begonnene und 1200 fertiggestellte dreischiffige romanische Erstbauwerk der Schottenkirche ist nach Verfall, Wiederaufbau und Sanierung in seiner Originalform nicht mehr erhalten. Bereits in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde das marode romanische Langhausjoch durch Arkaden im frühgotischen Stil ersetzt. Der ebenfalls gotische Chorraum stammt aus dem 15. Jahrhundert. Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurden an dem Gotteshaus umfangreiche Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen vorgenommen. Hierzu zählten beispielweise die Auswechselung des massiven Gewölbes gegen ein Scheingewölbe aus Holz. Zeitgleich wurden die Fenster in den Seitenschiffen sowie im Obergaden vergrößert. 1727 erfolgte die Errichtung der barocken Westfassade. Rund zwei Jahre später fand die Einweihung der Kirche durch Weihbischof Christoph Ignatius statt.

Im Zuge des Zweiten Weltkriegs wurde die Schottenkirche durch Brandbomen und Luftminen schwer beschädigt. Zwischen 1956 und 1966 fanden an ihr umfassende Sanierungsarbeiten statt. Die letzte große Renovierung des Gebäudes erfolgte im Jahr 1979. Heute ist die frühere Klosterkirche eine Filialkirche der katholischen Lorenzgemeinde.

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Schottenkirche in Erfurt

Landkarte

Foto: Schottenkirche in Erfurt
Kategorien: Historische Bauwerke

Lage: Erfurt, Deutschland


 

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