Abgeordnetenhaus Berlin

Das Berliner Abgeordnetenhaus wurde zwischen 1892 und 1899 nach den Entwürfen des Architekten Friedrich Schulze im Stil der italienischen Hochrenaissance errichtet. Seine Einweihung erfolgte 1899 als Tagungsort der zweiten, bürgerlichen Kammer des ehemaligen Preußischen Landtags. Nach Abschaffung der Monarchie im Jahr 1918 kam in dem Gebäude der 1. Reichsrätekongress zusammen. Dieser schuf die Basis für die parlamentarische Demokratie als künftige Regierungsform. Im März 1919 tagte hier zum ersten Mal die Preußische Landesversammlung, und am 10. März 1921 der erste, nach der neuen Verfassung gewählte Landtag. Dessen Auflösung erfolgte bereits 1934 im Zuge der NS-Diktatur.

Unter deren Herrschaft wurde im Juni 1934 im Plenarsaal des heutigen Abgeordnetenhauses der berüchtigte Volksgerichtshof ins Leben gerufen. Ab 1936 diente das Gebäude unter der Bezeichnung "Haus der Flieger" als Offizierskasino. Gegen Ende Zweiten Weltkriegs wurde das Bauwerk schwer beschädigt. Seine Instandsetzung erfolge ab 1949 auf Anordnung der Sowjetischen Militäradministration. Daraufhin fungierte das Gebäude als Sitz der ersten DDR-Regierung unter Otto Grotewohl. Im Jahr 1960 zog hier die Stasi ein, die diesen Ort als Lauschposten nutzte.

Nach der politischen Wende erhielt das Gebäude seine ursprüngliche Funktion als Parlamentssitz zurück, auch wurden an ihm umfassende Umbaumaßnahmen vorgenommen. Mittlerweile stellt sich das Abgeordnetenhaus Berlin als moderner Landtag dar. Über dem Plenarsaal erhebt sich ein gläsernes Dach, zudem finden Besucher hier eine halbkreisförmige Tribüne mit insgesamt 150 Plätzen vor.

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Abgeordnetenhaus

Landkarte

Foto: Abgeordnetenhaus
Kategorien: Historische Bauwerke

Lage: Berlin, Deutschland


 

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